Ein Traum wird wahr in Südamerika!

Heute teilen ich einen weiteren, ganz besonderen Geburtsbericht mit euch, der zum Träumen einlädt. Ich freue mich sehr darüber, dass ich mit euch den Bericht einer Mama über die Alleingeburt ihres vierten Kindes in Paraguay teilen darf.

Über die Mama

Ihr Lieben, ich heiße Janice bin 30 Jahre jung, verheiratet, komme aus Hessen und habe 4 Kinder (6 und 4 Jahre, 17 und 3 Monate).

Die Schwangerschaft

Ich berichte euch über die letzte Geburt, die nach einem Not-Kaiserschnitt, einem primären Kaiserschnitt und einer Zangengeburt, endlich ein Traum von Hausgeburt und zwar als Alleingeburt stattfand.
Alle meine Schwangerschaften waren eigentlich Bilderbuch-Schwangerschaften. Sowie auch diese, die ich zwar schon erahnte aber erst in der 15 Ssw dann davon erfahren habe.

Die Vorbereitung

In Südamerika (Paraguay) läuft alles anders ab, was ich aber auch ziemlich gut fand. Denn ich hatte diesmal nur 3 Ultraschall, nur 2 mal Blutentnahme und nicht einmal CTG, außer so ein kleines Gerät vom Frauenarzt für 1 Min. 2 mal.

Da ich im Juni 2018 meine geglückte vba2c (Vaginale Geburt nach 2 Kaiserschnitten) hatte, die zwar mit der Zange endete (was ich bis heute nicht verstand wieso überhaupt), wollte ich diesmal ohne jegliche Hilfe oder Eingriffe mein Baby selbst auf die Welt begleiten.

Ich hatte mich damals schon mit Büchern belesen (Meine Wunschgeburt nach Kaiserschnitt – Ute Taschner) und es kamen noch mehr hinzu (Alleingeburt – Sarah Schmid). Auch Hypnobirthing lernte ich mit meinem Mann und ich sagte immer wieder zu uns: Das wird was, das wird klappen!

Also machten wir uns immer gegenseitig gute Affirmationen.

Janice - Alleingeburt in Paraguay

Der Geburtsort

Der Kleine kam zuhause bei uns im Haus in Paraguay zur Welt. Im Wohnzimmer, wo ich es auch geplant hatte. Es war genau wie in meinen Vorstellungen. Das Wohnzimmer hatte auch ein Bad mit dabei,
was ich als sehr hilfreich empfand.

Die Alleingeburt

Die Geburt verlief sehr gut. Ich bekam (wie ich es mir wünschte) an einem Sonntag Morgen gegen 5 Uhr Wehen, die sich immer mehr steigerten. Ich musste mich entleeren und da die Wehen auch nicht mehr weggingen, wusste ich, es geht los.

So wehte ich die ersten 3 Stunden alleine im Wohnzimmer vor mich her, stellte mir vor wie ich auf den Wellen surfte und ging bei jeder Wehe leicht in die Knie, sodass das Becken schön weich blieb und es sich öffnen konnte.

Meine anderen 3 Kinder spielten noch etwas Lego und frühstückten und
gingen dann zum Opa ins Nachbar Haus.

Die nächsten 2 Stunden merkte ich richtig wie sich der Muttermund immer weiter öffnete und die Schmerzen immer stärker wurden. Es war sehr schmerzhaft, sodass ich auch nur noch knien konnte.

Die letzten 2 Stunden musste ich dann schon immer wieder mit pressen und schrie alles aus mir heraus, das half mir einfach am Besten,… Hypnobirthing ade… ?

Ca. 1 Stunde bevor er kam, platze auch erst die Fruchtblase. Ich versuchte nochmal andere Positionen, aber ich warf mich mit dem Oberkörper geklammert an die Couch und presste ihn quasi nach hinten raus.

Ich merkte, wie der Kopf raus kam, stoppte (ca. 1 Minute Pause, in der
mein Mann schnell noch Fotos machte), drehte und wieder ein Stück kam, stoppte, noch eine Drehung und dann kam er raus.

Es war der Wahnsinn, wie intensiv ich einfach alles spürte. Es war so genial. Ich spürte auch ihn die ganze Zeit unter der Geburt. Denn wenn es anders gewesen wäre, wären wir natürlich ins Krankenhaus gefahren.
Aber es ging ihm gut.

Wir ließen die Plazenta noch etwa 1 bis 2 Stunden auspulsieren. In der Zeit wurde ich gewaschen und dabei stillte ich den kleinen Mann.

Leider ist der Damm wieder komplett gerissen, wie auch bei der Zangengeburt. Aber durch die Schwellung habe ich mich entschieden, es erstmal so zu lassen. Bin dann eine Woche später ins Krankenhaus gefahren und die Ärztin war sehr zufrieden und nähte es auch nicht mehr.

Janice - Alleingeburt beim 4. Kind

Das Besondere

Wäre mein Mann nicht gewesen, hätte ich es mich nicht alleine getraut. Er glaubte an mich, an uns. Und das machte mich so stark.

Und auch die Tatsache das es noch mehr Frauen vor mir geschafft hatten. Habe mir viele Youtube-Videos angesehen von Geburten und auch Tipps
zum Beckenboden unter der Geburt.

Die Folgen

Definitiv hatte diese Alleingeburt Auswirkungen auf uns als Familie, bzw. als Ehepaar. Es schweißt sehr zusammen. Ich denke auch für unser Baby hätte es kein sanfteres Ankommen geben können.

Und auch mir wurde klar, durch meine vielfachen Erfahrungen in der Geburt, mache ich nun eine Ausbildung zur Doula, um Frauen darin zu stärken und ihnen beizustehen, dass sie eine selbstbestimmte Geburt
erleben dürfen.

Fazit

An alle Frauen bzw. werdenden Mamas: ihr glaubt gar nicht, was euer Körper im Stande ist zu leisten. Glaubt an eure Urkraft! Belest euch, oder holt euch eine Doula mit Geburtserfahrung dazu, dann steht einer Traumgeburt nichts mehr im Wege.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.