BLW – Der Einstieg

Beikost, ein Thema, dass alle Eltern rund um den 6. Monat beschäftigt. Aber was soll das Baby bekommen? Brei? Essen vom Familientisch? Geht das überhaupt? Wann fängt man mit Beikost überhaupt an? Und wie viel muss das Baby denn essen? Wie finde ich einen Einstieg in BLW?

Wir haben schon beim ersten Kind entschieden, dass unser Weg von Anfang an gemeinsames Essen am Familientisch, also Baby Led Weaning sein soll. Wenn du dich auch für diese Option interessierst oder ihr noch überlegt, ob dieser Weg auch zu euch passen könnte, kannst du hier alles über den Einstieg erfahren.

Reifezeichen

Ab wann sollen wir mit der Beikost beginnen? Eine Frage, die viele Eltern verunsichert. Stehen doch überall Gläschen im Regal, die mit „ab dem 4. Monat“ werben. Alternativ wird oft geraten, ab dem 6. Monat zu beginnen. Was stimmt denn nun? Und kann man das überhaupt so allgemein sagen?

Wie bei allen anderen Entwicklungsschritten auch, ist auch die Beikostreife der Babys individuell. Deshalb gibt es die Reifezeichen, die dir ganz deutlich zeigen, ob dein Baby nun bereit ist oder noch nicht. Bei den meisten Babys sind diese Zeichen allerdings ca. um den 6. Monat herum erfüllt.

Die Reifezeichen sind folgende

  1. Der Zungenstoßreflex muss verschwunden sein

2. Das Baby kann Dinge greifen und alleine zum Mund führen

3. Das Baby muss mit wenig Hilfe (auf deinem Schoß) sitzen können

Baby Led Weaning

BLW oder Baby geleitete Beikost ist neben Brei eine Möglichkeit, dein Baby an feste Nahrung zu gewöhnen. Warum dieser Weg der natürlichere ist und was die Vorteile für dein Baby sind, möchte ich dir hier kurz erzählen, bevor wir endlich dazu kommen, wie ihr mit BLW beginnen könnt.

Bei BLW erlebt dein Baby das Essen mit allen Sinnen. Es darf das Essen in seiner originalen Konsistenz fühlen. Es kann einzelne Lebensmittel sehen, schmecken, riechen, fühlen. Ebenso Temperaturen und Konsistenzen. So steht das Erleben von Nahrung stark im Vordergrund.

Außerdem bestimmt dein Baby selbst, was es isst und wie viel. So bleibt sein natürliches Sättigungsgefühl vorhanden und es kann, je nach Entwicklungsphase wählen, von welchen Lebensmitteln es am meisten braucht – vorausgesetzt, das Angebot ist ausgewogen.

BLW Einstieg

Der Start

Wenn dein Baby die Reifezeichen erfüllt, könnt ihr ganz entspannt starten. Lass es einfach von den Lebensmitteln vom Tisch probieren. Achte dabei darauf, dass dein Baby aufrecht (auf deinem Schoß) sitzt. Lass es nie im Liegen essen, auch nicht in der Babyschale. Bei BLW geht es nicht darum, eine bestimmte Menge an Lebensmitteln in dein Baby hinein zu bekommen, wie es bei Brei-Fahrplänen häufig der Fall ist. Es gibt auch nicht bestimmte Lebensmittel, die du zuerst anbieten solltest oder Mahlzeiten, die zuerst eingeführt werden sollten. Das Baby probiert dann, wenn ihr am Tisch sitzt (es gibt ein paar Ausnahmen, die ich euch im Workshop detailliert vorstelle; Wichtig ist z. B. dass die Sachen die dein Baby probiert kein Salz enthalten).

Bis eine nennenswerte Menge an Nahrung in seinem Bauch landet, wird ein bisschen Zeit vergehen, das ist normal und vollkommen ok so. An manchen Tagen wird es mehr essen, an anderen wenig. Selbst Monate nach dem Beikoststart kann es sein, dass dein Baby keinen besonderen Appetit auf feste Nahrung hat.

Deshalb ist es so wichtig, dass dein Baby weiterhin nach Bedarf Milch (Muttermilch oder Pre) bekommt. Im ganzen ersten Lebensjahr ist Milch das Hauptnahrungsmittel deines Babys. Nicht umsonst heißt es „Food under one is just for fun“. Erst im zweiten Lebensjahr ändert sich das Verhältnis von Milch und fester Kost hin zum größten Anteil für die feste Kost.

Ihr könnt also ganz entspannt bleiben.

Was kommt auf den Tisch?

Generell soll das Baby natürlich einfach vom Familientisch mit essen. Fakt ist aber, dass es bestimmte Dinge gibt, die dein Baby leichter essen kann und welche, die vor allem am Anfang eher schwierig sind. Dazu gibt es Phasen, in denen du mehr Gematsche ertragen kannst, als in anderen Phasen. Passe das Essen also einfach ein Bisschen für euch alle an.

Am Anfang ist alles gut, was eine kleine Hand gut halten und ein Baby (auch ohne Zähne) gut kauen kann. Dazu sind alle Gerichte praktisch, die nachträglich gewürzt, vor allem gesalzen werden können.

Probier doch einmal Ofengemüse aus. Lieblingsgemüse und eventuell Kartoffeln in handgerechte Streifen schneiden, mit Öl und Gewürzen in den Ofen, fertig.

Ebenso sind alle Rezepte praktisch, aus denen man Waffeln, Pancakes, Muffins oder Ähnliches backen kann. Hier kannst du verschiedene Lebensmittel gut unterbringen, die Masse ist ziemlich weich und eigentlich sind solche Gerichte bei Jung und Alt beliebt.

Du kannst z. B. auch Brot selbst backen und es im Dampfgarer statt im Ofen backen. So vermeidest du eine feste Kruste, die du eventuell abschneiden und entsorgen musst, kannst das Brot aber für alle, die es trotzdem lieber knusprig mögen, in den Toaster stecken.

Es gibt ein paar Hilfsmittel, wie z. B. ein Blech für extra kleine Muffins*, die dir das Leben zusätzlich erleichtern können, da gerade am Anfang wirklich nur sehr kleine Portionen benötigt werden. Friere die Muffins oder Waffeln portionsweise ein, dann hast du auch für unterwegs immer einen kleinen Snack für dein Baby dabei.

Hier ist mein Lieblingsrezept für Pancakes, die wir seit Jahren immer wieder zum Frühstück essen:

150g Dinkelmehl

100 ml Milch oder Milchersatz

2 Eier

1 geh. TL Backpulver

1 Banane o. 200gr. Apfelmus

+ evtl. weiteres Obst

Das ist das Grundrezept. Es reicht für ca. 20 kleine Pancakes. Du kannst es beliebig abwandeln, sodass ihr viel Abwechslung habt. Mache ein Bisschen Nussmus oder reines Kakaopulver rein, Kokosraspeln, Beeren, kleine Obststücke o. Ä.

Fazit

BLW soll vor allem Spaß machen, Essen soll nicht nur Nahrungsaufnahme sein. Lass dein Baby also mit Freude all diese neuen Sinne erfahren und schaue ihm dabei zu. Sei nicht zu dogmatisch und möglichst entspannt. Es kommt vielleicht eine Phase, in der es doch einfach am praktischsten ist, ein Gläschen mit Obstmus aus der Tasche zu holen, wenn du mit dem Baby unterwegs bist, oder abends einen Brei zu servieren, wenn es schnell gehen und sauber bleiben soll.

Ich wünsche euch auf jeden Fall ganz viel Freude auf diesem wunderbaren Weg. Möchtest du noch umfangreicheres Wissen über BLW erhalten, lade ich dich zu einem meiner Workshops ein.

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