Das sichere Familienbett

Das (sichere) Familienbett – eines der umstrittensten Themen bei Eltern hierzulande. Ist das Bett nun gut fürs Kind oder ist es gefährlich? Hilft es allen bei der Beziehung untereinander oder schadet es der (Eltern-)Beziehung? Auf viele Fragen gibt es nicht DIE richtige Antwort, sind doch alle Kinder und Familien so unterschiedlich.

Fakt ist aber, dass das Familienbett für viele Familien die Nächte erleichtert und viele Babys und Kleinkinder sehr gerne dicht bei Mama und Papa schlafen. Damit ihr nicht wegen Verunsicherung auf ein Familienbett verzichten müsst, möchte ich euch hier erklären, unter welchen Voraussetzungen euer Familienbett sehr sicher ist.

Das sichere Familienbett

Häufig kommt das Familien“bett“ in Statistiken deutlich schlechter weg, als es eigentlich ist, weil jede Schlafumgebung, in der das Baby nicht in seinem eigenen Bett liegt, als Familienbett gewertet wird. Das kann dann auch der Sessel sein, auf dem Mama und Baby beim Stillen einschlafen. Bei der Definition, was ein Familienbett ist, gibt es also große Unterschiede, die erheblichen Einfluss auf die Sicherheit eures Babys haben.

Das sichere Familienbett muss eine saubere, feste Unterlage ohne Ritzen haben, weiche Matratzen, in denen das Baby einsinkt sollten vermieden werden. Ebenso Wasserbetten, Sessel, Klappsofas oder Ähnliches. Nehmt alle Kissen, Plüschtiere und unnötigen Decken aus dem Bett, um die Erstickungsgefahr zu minimieren. Ganz simpel reicht z. B. ein Matratzenlager mit dünner Decke auf dem Boden. Achtet dann jedoch auf ausreichend Belüftung der Matratzen, damit kein Schimmel entsteht.

Liegt ihr auf dem Boden, so kann euer Baby auch nicht aus dem Bett fallen. Andernfalls versucht das Bett an möglichst vielen Seiten bündig an eine Wand zu stellen. Habt ihr einen breiten Bettrahmen, muss das Familienbett weg von Wänden und Möbeln, um Spalten zu vermeiden, bringt an den offenen Seiten einen Rausfallschutz an. Zeigt den Kleinen dann, sobald möglich, wie man vorsichtig in Bauchlage rückwärts aus dem Bett rutscht.

Wie groß euer Familienbett sein „muss“ kann man nicht allgemein sagen. Das hängt vom individuellen Platzbedarf der einzelnen Personen ab und von euren räumlichen Möglichkeiten. Wichtig ist aber, dass jeder ausreichend viel Platz hat.

das sichere Familienbett

Wer schläft im sicheren Familienbett?

Alle Familienmitglieder, die im gemeinsamen Bett schlafen, müssen verschiedene Voraussetzungen erfüllen, damit das Schlafen möglichst sicher ist.

Die Eltern

Das Baby schläft neben der stillenden Mutter. Nur bei stillenden Müttern ist der Ammenschlaf sicher nachgewiesen, wenn diese von Beginn an (max. 5-10 Tage nach Geburt) mit ihrem Baby zusammen schlafen. Beim Ammenschlaf gleichen sich die Schlafrhythmen von Mutter und Kind an. Die Mutter fällt nicht in einen normalen Tiefschlaf, so wacht sie meist schon kurz vor ihrem Baby auf und reagiert auf kleinste Geräusche. Häufig lagert sie das Kind auch im Halbschlaf um.

Auch nicht stillende Mütter, bzw. Mütter, die erst nach den erwähnten 5-10 Tagen mit ihrem Baby zusammen schlafen, erzählen manchmal, sie hätten einen Ammenschlaf. Das ist aber nicht garantiert, sodass das Baby in diesen Fällen besser im Babybalkon am Elternbett aufgehoben ist, denn ohne Ammenschlaf kommt es häufiger zu Unfällen im Familienbett.

Personen, die Schmerzmittel oder irgendeine Form von Drogen oder bewusstseinsverändernden Medikamenten eingenommen haben, schlafen nicht im Familienbett! Ein rauchende Vater sollte nicht im Familienbett schlafen, was aber, wenn die stillende Mutter raucht? Keine Frage, am besten wäre es, nach der Schwangerschaft gar nicht wieder mit dem Rauchen anzufangen, falls aber doch, müsst ihr bei Rauchen und Stillen die jeweiligen Vor- bzw. Nachteile, Kosten und Nutzen abwägen. Schläft das Baby dann bei der rauchenden Mutter sollte auf jeden Fall die Kleidung nach der letzten Zigarette gewechselt werden. Ebenso zählt Hände waschen und sich vor dem zu Bett gehen abduschen Dann zur Pflicht.

Das Baby

Euer Baby sollte im eigenen Schlafsack schlafen, damit es nicht unter eine Decke rutscht. Achte bei deiner eigenen Decke darauf, dass sie nicht zu dicht am Baby liegt. Der Kopf des Babys sollte mindestens auf deiner Kopfhöhe liegen, besser noch höher, damit es, selbst wenn du deine Decke sehr hoch ziehst, nicht darunter rutschen kann.

Das Baby sollte auf dem Rücken schlafen. Akzeptiert es das nicht, lass es auf dem Bauch oder der Seite einschlafen, achte aber darauf, dass es ausreichend Luft bekommt. Sobald es tief schläft, leg es auf den Rücken.

Wenn ihr zu dritt (Eltern + Baby) im Bett schlaft, legt das Baby zwischen euch, damit es nicht raus fallen kann. Hat das Baby schon einmal alleine geschlafen, sollte es nicht zurück ins Elternbett geholt werden, da sich die Schlafrhythmen von Mutter und Kind nicht mehr mit Sicherheit anpassen. Lass dein Baby dann im eigenen Bett am Elternbett schlafen.

Ältere Geschwisterkinder

Wenn auch noch ältere Geschwisterkinder mit im Familienbett schlafen, achte darauf, dass zwischen zwei Kindern immer ein Erwachsener liegt. Ältere Geschwister sollten, weil sie so unruhig schlafen, nie neben dem Baby liegen.

Haustiere

Haustiere gehören nicht ins Familienbett. Wenn sie in eurer Nähe schlafen sollen, bietet ihnen lieber einen Platz im selben Raum an.

Fazit

Viele Eltern spüren, dass die Nächte für alle erholsamer wären, wenn das Baby doch einfach an Mamas Brust einschlafen und dann dort liegen bleiben könnte. Doch dann hört man meist die ersten kritischen Stimmen gegen das Familienbett: Zu gefährlich! Dabei ist das Familienbett für viele Familien wunderschön, anstrengend und überlebenswichtig zugleich.

Deshalb solltet ihr, wenn ihr das Gefühl habt, ein Familienbett könnte zu euch passen, dem ganzen eine Chance geben und die oben genannten Punkte beachten. Schaut, ob ihr damit glücklich werdet, genießt die Zeit mit euren Babys und Macht euch die Nächte so angenehm wie möglich. Denn ausreichend viel Schlaf ist für alle am wichtigsten.

Und sollte die Einschlafbegleitung mal wieder länger dauern, dann schau doch hier nach ein paar Tipps, wie du diese Zeit besser gestalten kannst.

Ein Kommentar

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