Keine Wehe ist umsonst!

Nachdem ich euch zuletzt meinen Geburtsbericht veröffentlich habe, freue ich mich sehr, euch hier den Bericht der Geburt einer lieben Mama vorstellen zu können, deren Schwangerschaft ich schon bei Instagram verfolgt habe.

Wir sind darüber in Kontakt gekommen und nachdem sie im Vorfeld schon sagte, dass sie der Geburt positiv entgegen blickt, war sie auch nach der Geburt direkt einverstanden, ihre Geschichte mit anderen Mamas zu teilen.

Denn eine selbstbestimmte Geburt ist nicht nur Zuhause oder im Geburtshaus möglich.

Die Mama – Agata

Hallo liebe Mamis,
mit meinem Geburtsbericht möchte ich vor allem allen Frauen da draußen Mut machen, denn keine Geburt ist unschaffbar.
Ich bin Agata, mein Partner und ich sind 23 Jahre alt und sind vor kurzen das erste Mal Eltern geworden. Unsere kleine Tochter ist im April 2019 auf die Welt gekommen.

Mama Agata mit Baby

Die Schwangerschaft

Die Schwangerschaft war wie aus einem Medizin-Handbuch. Bis zu kurz vor der Entbindung gab es auch keine Auffälligkeiten.

Die Geburt meiner Tochter musste allerdings 2 Tage vor dem Geburtstermin eingeleitet werden. Das habe ich mir natürlich anders vorgestellt, fand ich aber dann auch nicht so schlimm.
Der Grund für die Einleitung war: zu wenig Fruchtwasser und die Bewegungen der Kleinen wurden weniger .

Die Vorbereitung

Während der Schwangerschaft habe ich ganz oft Geburtsberichte auf Youtube angeguckt und auch mit vielen Bekannten geredet die schon ein Baby haben. Das hat mir geholfen, sich vorzustellen, wie die Geburt ungefähr sein wird, sodass ich keine Angst davor hatte.
Denn man hat nur Angst vor Sachen die man nicht kennt.

Der Geburtsort

Für die Geburt unserer Tochter haben wir uns für das Klinikum Bethel in Bielefeld entschieden, denn wir haben da die besten Bewertungen
gelesen und das Kinderkrankenhaus ist auch in einem der Gebäude.

Die Geburt

Wir haben uns zur Einleitung also, wie mit meiner Gynäkologin abgesprochen, am Samstagvormittag auf den Weg ins Krankenhaus gemacht.
Um mit der Einleitung zu beginnen, habe ich einen Cocktail mit Rizinusöl bekommen. Zunächst passiert jedoch nichts und ich wurde auf mein Zimmer gebracht. Am späten Abend, gegen 21 Uhr, wollte ich vor dem schlafen gehen, nochmal auf die Toilette und merkte beim Aufstehen, wie mein Pyjama untenrum nass wird. Meine Fruchtblase ist geplatzt!

Kurze Zeit danach kamen auch die ersten Wehen. Mit meinem
Partner und meiner Mama ging ich zum Kreißsaal. Ich wurde untersucht und der Muttermund war schon einen cm auf.
Voller Vorfreude und Aufregung sind wir zuerst noch ein wenig rumgelaufen und haben uns unterhalten.

Nach ca. zwei Stunden konnte ich endlich in die Wanne, denn ich wollte
unbedingt eine Wassergeburt. In der Wanne konnte ich mich auch entspannen und die Wehen super gut veratmen.
Zwischendurch wurde ein CTG gemacht und es sah alles soweit super aus.

Nach ca. zwei Stunden wurde ich wieder untersucht. Die Hebamme hat mir dann mitgeteilt, dass der Muttermund leider immer noch nur einen cm auf war. Kurz danach musste ich erst wieder aus der Wanne raus, denn die Wehen wurden leider schwächer. Nach einigen Stunden wurden die Wehen noch schwächer und setzten dann auch leider erstmal aus.

Ich wurde zum Ausruhen erst wieder auf mein Zimmer geschickt.
Um Mittag rum ist mein Papa zur Aufmunterung und Unterstützung in das Krankenhaus gekommen. So konnte mein Partner kurz nach Hause fahren und sich ein bisschen frisch machen. Mit meinem Papa habe ich dann auf die Ärztin gewartet, die mich über die nächsten Schritte informiert hat und mir eine Tablette verabreicht hat, damit die Geburt weiter voran
geht. Bei dem Gespräch hat die Ärztin auch gesagt, es wäre besser, wenn ich nicht nochmal in die Wanne gehe, damit mein Körper nicht zu sehr entspannt und die Wehen nicht wieder aufhören.
Paar Minuten später ging es auch wieder los, diesmal wollte ich auf keinen Fall, dass die Wehen wieder aufhören. Also sind wir wieder herumgelaufen und ich habe die Wehen veratmet.

Dann kam die nächste Untersuchung mit dem gleichen Ergebnis und die nächste Tablette. Bis dahin waren die Wehen auch sehr stark. Ich habe sie hauptsächlich im Rücken gespürt und es war schwer, sie zu verarmten. Auch Erbrechen war bis dahin mein ständiger Begleiter, was das veratmen der Wehen noch schwerer machte. Meine Mama hat mir sehr in
dieser Situation geholfen und mir Mut zugesprochen.

Dann nach ca. 24 Stunden bekamen wir endlich von der Hebamme zu hören, dass der Muttermund 4 cm auf ist. Mein Partner und ich haben uns angeguckt und ich bekam Tränen in den Augen, denn es ging endlich voran. Der ganze Schmerz war nicht umsonst und unsere kleine Prinzessin ist bald da.

Ich durfte dann auch endlich die PDA bekommen, vor der ich zwar Angst hatte, die mir aber letztendlich sehr geholfen hat. Dank der PDA waren die starken Schmerzen im Rücken weg. Die Wehen habe ich ab da nur am Bauch gemerkt und die konnte ich sehr gut verarmten.

Kurze Zeit später kamen die ersten Presswehen. Die ersten musste ich auch noch verarmten aber das war überhaupt nicht mehr schlimm, denn sie waren nicht schmerzhaft.

Die Freunde und Aufregung stand meiner Mama und meinem Partner ins Gesicht geschrieben. Das gab mir auch nochmal einen Energieschub für das große Ende. Dann war es soweit, ich durfte pressen! Ich hatte plötzlich so viel Kraft und war so glücklich, dass ich bald meine kleine Prinzessin im Arm halten würde.

Damit es leichter ist, hat mir meine Hebamme geraten, in der Hocke zu pressen, denn da hilft auch noch die Schwerkraft und das war goldrichtig. Dann drei Wehen später war sie da. Sie lag vor mir, sie hat nicht geschrien, sie nahm nur ihr Hände aus dem Gesicht und machte ihre Augen auf.

Mein Partner durfte die Nabelschnur durchtrennen, seine Hände haben vor Aufregung gezittert und er hatte Tränen in den Augen.
Dann war es so weit, ich hatte mein Baby auf meiner Brust, ich war noch nie so glücklich. Es war berauschend. Plötzlich waren die ganzen Schmerzen egal, denn sie war da! Ich konnte das kleine Mädchen, das so lange in meinem Bauch war endlich in meinem Arm halten.

Geburt - Agatas Baby

Also liebe zukünftige Mamis da draußen, ja keine Geburt ist einfach aber ihr schafft das!

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