Schluss mit dem Morgen-& Abendroutinen-Stress

Im Moment ist es total angesagt eine ordentliche Routine am Morgen und am Abend zu entwickeln. Und bei diesem Trend machen wir natürlich auch mit. Dein Morgen sollte zukünftig spätestens um 4.00Uhr starten, eine Stunde Yoga und eine längere Meditation stehen täglich auf dem Plan…Alles Quatsch! Lasst uns gemeinsam schauen, was euch allen guttun würden und wie man das unter einen Hut bekommt. Und vor allem, wie ihr euch von Erwartungen oder standardisierten Wegen frei machen könnt, um eure eigenen Routinen und Rituale zu finden.

 

Warum Routinen wichtig sind

Es macht schon Sinn, darüber nachzudenken, wie euer Tag startet und wie er endet. Für die Kinder bedeutet es Sicherheit, wenn sie wissen, welcher Schritt als nächstes kommt. Und dir kann es den Alltag erleichtern, wenn du nicht darüber nachdenken oder diskutieren musst, was als Nächstes zu tun ist. Aber dieser ganze Morgen-Abend-Routine-Rituale-Wahnsinn ist auch, wie so vieles, mit Vorsicht zu genießen. Denn es ist wieder etwas, das uns unter Druck setzt. Man fühlt sich ja schon als Versager, wenn man morgens nicht schon vor Sonnenaufgang joggen geht. Auch ich habe mich einige Zeit mit dem richtigen Start und dem richtigen Tagesabschluss für uns beschäftigt. Vielleicht kann dich das ein oder andere inspirieren.

Unser Weg zur passenden Morgen- und Abendroutine

An erster Stelle für mich steht immer, dass ich schaue, wie die Bedürfnisse im Moment sind. Braucht jemand mehr Schlaf? Mehr Kuscheleinheiten am Morgen? Braucht mein Mann mehr Ruhe am Abend? Bekommen wir alle genügend Schlaf? Sind wir morgens bei Zeit fertig? Wie klappt das Einschlafen? Brauche ich mehr Ruhemomente? Kann ich irgendwas von meinen Aufgaben noch in die Morgen- oder Abendroutine einbauen? Haben die Kinder genügend Zeit mit Papa? Passen die Zeiten von Abendessen, Schlafengehen und Aufwachen noch zu uns? Diese Überlegungen stelle ich entweder dann an, wenn ich das Gefühl habe, das irgendwas nicht mehr passt, einfach mal zwischendurch. Das ist meist kein großes Ding, ich sitze abends mit meinem Mann zusammen und wir besprechen kurz, ob die Kinder so zufrieden scheinen, ob es uns mit allem gut geht, oder ob und was wir ändern könnten.

Bei uns ist es so, dass die Kinder die Zeiten vorgeben und wir dann schauen, dass wir alles drum herum bauen. Das funktioniert recht gut, ich muss aber auch dazu sagen, dass wir in unseren Zeiten frei sind: keiner geht in den Kindergarten und Termine legen wir meist auf den Nachmittag, wenn mein Mann daheim ist. Den Kindern ist es wichtig, dass sie morgens Papa noch ausgiebig Tschüss sagen und am Fenster winken. Und ich nutze das Verabschiedungsritual um mich morgens in Ruhe fertig machen zu können, bevor der Wahnsinn startet.

Nach dem Aufstehen machen wir dann zusammen das Bett, klingt total banal, für uns ist es aber sehr wichtig. Zum einen hat man so die erste Aufgabe am Tag schon erledigt und fühlt sich irgendwie gut. Und außerdem kann man sich abends ins gemachte Bett legen und erinnert sich daran, dass man diese Aufgabe erledigt hat. Wenn man auch an dem Tag sonst nichts geschafft oder erreicht hat, so schlimm kann es nicht gewesen sein, denn das Bett ist gemacht. Probiere es mal aus.

Wenn wir Lust haben, machen wir dann morgens alle zusammen den Sonnengruß, da sind wir aber total flexibel. Manchmal kuscheln wir auch noch eine Runde. Am Morgen sind es hauptsächlich meine Bedürfnisse, die beachtet werden, denn ich bin ein ganz furchtbarer Morgenmuffel, ich möchte morgens nichts reden, kuscheln geht natürlich immer, aber bitte nicht zu viel reden. Das ist auch der Grund, warum ich die Zwerge vor dem Frühstück schon wild toben und spielen lasse; die Chance auf ein ruhiges Frühstück steigt dadurch.

Im Ayurveda sagt man, dass morgens das Verdauungsfeuer erst angefeuert werden muss, wenn möglich durch ein warmes Frühstück. Das passt allerdings überhaupt nicht zu uns, deshalb bevorzuge ich einfach einen warmen Tee. So sieht also im Moment unser Morgen aus. Wir hatten aber auch Zeiten, in denen wir bis 9.00 Uhr geschlafen haben, oder wir sind zwar um 7.00 Uhr wach geworden, haben aber noch eine gute Stunde gekuschelt und Hörspiele gehört.

Wir sind bei unseren Ritualen und Routinen zwar flexibel, aber wir schauen, dass wir, wenn wir etwas gefunden haben, das für diese Phase passt, auch erst einmal dabeibleiben. Das ist für die Kinder und mich total wichtig und vor allem erspart es endlose Diskussionen über das, was als Nächstes ansteht. Generell gilt, bis sich eine neue Gewohnheit/Routine etabliert hat, dauert es circa vier Wochen, dann muss man nicht mehr über die einzelnen Schritte nachdenken, sondern handelt automatisch. Ihr könnt euch aber natürlich eine Übergangsphase gönnen, in denen ihr austestet, was zu euch passt. Bei uns hilft es auch, wenn wir diese Überlegungen ganz offen kommunizieren, auch schon bei kleinen Kindern. Manchmal haben die Zwerge wirklich gute Ideen, was ihnen wann guttun würde.

Egal welchen Weg ihr wählt, wichtig ist nur, dass ihr euch bewusst dafür entscheidet und nicht irgendwas tut, weil man das so macht. Und noch ein kleiner Tipp, schau dir mal an was mit Yoga alles möglich ist. Bei uns läuft zum Beispiel am Abend nichts ohne unser Entspannungslied und ein paar einfache Asanas (Yoga-Übungen). Was bei uns auch sehr wichtig ist, ist dass sich vor dem fertig machen am Abend nochmal richtig, richtig doll ausgetobt wird.

Und das war es eigentlich schon mit unserer Morgen-/Abendroutine. Wir haben schon mehrmals versucht ein kleines Dankbarkeitsritual einzuführen, einfach an den Händen halten und jeder sagt ganz kurz und knapp, was ihm heute besonders gefallen hat. Aber irgendwie passt das im Moment nicht so gut, wir besprechen das deshalb, wenn es passt, einfach beim Abendessen.

Ihr seht, wir gehen da ganz unkonventionelle und individuelle Wege, die sich auch mal ändern. Im Folgenden liste ich dir noch ein Paar Routinen und Rituale auf, vielleicht ist ja was Passendes für euch dabei.

Inspirationen für eine passende Routine

Yoga

Ein besonders schönes Ritual, wie ich finde, ist der Sonnengruße am Morgen, um kraftvoll in den Tag zu starten. Vielleicht wollt ihr ihn ganz in Ruhe machen und gemeinsam schweigen, oder ihr nutzt ein Kinderyogalied, wir mögen dieses ganz gerne:

Der Sonnengruß – Yoga Bewegungslieder für Kinder II Kinderlieder – YouTube

Dazu passt dann natürlich der Mondgruß am Abend, um sich zu entspannen und gut einschlafen zu können.

Der Mondgruß – Yoga Bewegungslieder für Kinder || Kinderlieder – YouTube

Wenn ihr gerne Yoga praktizieren wollt, aber es für eure Kinder nicht passt, könnt ihr auch ganz einfach beim „Einschlaf-Kuscheln“ was machen. Vielleicht eine Atemübung? Oder progressive Muskelentspannung? Für mich reicht es oft schon aus, wenn ich es schaffe, dass mein Körper einmal komplett entspannt ist. Geht einfach einmal komplett durch euren Körper: Zehen, Füße, Unterschenkel, Oberschenkel, Po, Beckenboden, Bauch, Finger, Arme, Schultern, Kiefer, Zunge, Lippen, Augen und Stirn. Achte einfach darauf, dass alles entspannt ist. Eine ganz einfache, aber total wirkungsvolle Übung. Man kann diese Übung natürlich auch abwandeln. Du kannst dein Kind zum Beispiel an der Stelle berühren, die es entspannen soll. Oder du genießt diese Übung mit deinem Partner. Oder du machst diese Übung unter der Dusche, in der Badewanne, oder vielleicht auch auf dem Klo 😊

 

 

In meinem nächsten Artikel dürft ihr euch übrigens darauf freuen, wie ihr nicht nur Yoga-Übungen, sondern auch die Philosophie die dahinter steckt als kleinen Alltagshelfer nutzen könnt.

Auch eine Massage kann unheimlich guttun; Fußmassagen sind bei uns zum Beispiel immer gern gesehen; in der Babyzeit habe ich abends die kleinen Speckfüßchen mit Mandelöl und ein paar Tropfen ätherischem Lavendelöl massiert, das wirkt total beruhigend.

Ätherische Öle

Mit ätherischen Ölen kann man generell viel machen, wir haben zum Beispiel einen super coolen Diffuser. Wenn die Zwerge erkältet sind, geben wir Lavendelöl und Zirbelkieferöl (frühestens ab 6 Monaten) hinein und am nächsten Tag sieht die Welt schon ganz anders aus. Aber natürlich ist auch denkbar, dass ihr ätherische Öle öfter nutzt, wenn die Kleinen (oder Großen) sich mit dem Schlafen schwertun. Wenn ihr mögt, könnt ihr euch zum Beispiel ein Spray anmischen, dass ihr vor dem Schlafengehen in den Raum sprüht.

Rezept für ein Raumspray (in 50ml Sprühflasche):

5ml Wodka

5-10 Tropfen ätherische Öle

Dann mit destilliertem Wasser oder einem abgekühlten Kräutertee auffüllen. An ätherischen Ölen wählt ihr einfach das aus, was zu euren Bedürfnissen passt. Am Abend wäre vielleicht etwas mit „Lavendel fein“, und „Mandarine rot“ passend, das beruhigt und lässt die ganze Familie leichter einschlafen.

Und wenn ihr eher am Morgen etwas zur Erfrischung braucht, könntet ihr euch ja auch ein „Guten-Morgen-Spray“ anmischen. Dann nehmt ihr an ätherischen Ölen beispielsweise „Grapefruit“, das macht fit und hilft bei einem guten Start in den Tag.

Ihr könnt morgens/abends einfach ein paar Sprühstöße im Zimmer verteilen. Ihr könnt aber natürlich auch ein riesen Ding daraus machen, mit Glitzer-Sprühflaschen, coolem Namen für das Spray („Zwergen-Schnarch-Spray, magisches Augen-schließ-Spray“…) und Zauberspruch. Lasst eurer Fantasie freien Lauf.

Mein Fazit

Ihr seht also, es geht nicht darum, eine super coole Routine zu entwickeln, sondern darum, dass ihr einfach erkennt, was euch am Morgen und am Abend guttut. Egal wie das aussieht, es muss zu euch passen. Und wenn ihr euch nach ein paar Wochen oder Monaten nicht mehr richtig wohlfühlt, dann überlegt ihr euch einfach was anderes. Achte bitte darauf, dass du dich von anderen INSPIRIEREN und nicht unter Druck setzen lässt. Meine Erfahrung hat mir gezeigt, dass es für uns am Besten funktioniert, wenn wir das Ganze locker sehen. Denn nur wenn man locker und entspannt ist, kann sich die Intuition gut entfalten. Und unsere Intuition zeigt uns meist ganz schnell, was der richtige Weg ist. Ich wünsche euch viel Spaß und Geduld!

P.S.: Wer gerne morgens um 4.00 Uhr joggen gehen möchte, darf das natürlich gerne tun. 😉

Autorin: Annika

Ein Kommentar

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