Meine zauberhafte Reise durch eine selbstbestimmte und schmerzfreie Geburt

Heute darf ich euch einen weiteren wunderschönen Geburtsbericht veröffentlichen. Es ist ein Bericht von einer lieben Freundin, die bei ihrem zweiten Kind eine traumhafte, selbstbestimmte und schmerzfreie Geburt im Geburtshaus erleben durfte und somit ein wunderschönes Ende für eine zu Beginn gar nicht schöne Schwangerschaft erhielt.

Über die Mama

schmerzfreie Geburt - Die Mama

Ich bin „Rosalinda“ 34 Jahre alt, glücklich verheiratet und Mutter von zwei Kindern. Ein Mädchen Nani (7) und einen Jungen Mili (1).

Ich möchte euch von der Geburt meines Sohnes berichten. Er ist mein zweites Kind, allerdings meine erste Geburt, da ich bei meiner Tochter leider 6 Jahre zuvor einen Kaiserschnitt hatte, was mich heute noch sehr traurig stimmt.
Nach der wunderbaren Geburt von meinem Sohn noch viel mehr, weil uns dieses einzigartige und elementar wichtige Erlebnis fehlt.

Die Schwangerschaft

Die Schwangerschaft von unserem Sohn kam sehr überraschend für uns. Wir hatten uns gerade den Wunsch vom Eigenheim erfüllt, ein kleines Häuschen mit Garten. Es schien alles perfekt.
Doch blieb meine Periode aus und ich machte vorsorglich einen Test. Meine Tochter erwischte mich dabei und fragte, ob ich etwas an der Schnecki hätte (peinlich). Als dann nach einigen Minuten auf dem Test *schwanger* stand, war ich erstmal sehr geschockt und meine Tochter starrte mich an und fragte was denn los sei mit mir…

Ich sagte ihr dann relativ nüchtern, dass ich ein Baby im Bauch habe. Sie umarmte mich fest und sagte dann das für mich heute noch Unglaubliche: „Ich bin so stolz auf dich Mama“. Darauf hin musste ich erst mal weinen.
Aber der Schock saß tief. Auch als ich einige Stunden nach dem mein Mann von der Arbeit kam, ihm die Nachricht überbrachte, wurde es nur schlimmer. Er brach regelrecht zusammen… O-Ton: „Bis eben war noch alles perfekt“.

Schockmoment

schmerzfreie Geburt - Schwangerschaft

Es war schlimm, ich konnte nur noch weinen, hatte ich „etwas“ in mir, was er nicht wollte… Ich habe mir immer ein zweite Kind gewünscht, aber nicht im Alleingang! Ich versuchte so zu tun, als sei ich nicht schwanger. Machte viel im und am Haus, da wir noch einige Baustellen hatten. Irgendwann während der Hausarbeit passierte es: ich blutete sehr stark und mein erster Gedanke war, das ich mein Baby verliere… Ich rief meinen Mann an, der brach seine Arbeit ab und fuhr mit mir ins Krankenhaus. Dort die gute Nachricht, mit dem Baby ist alles gut. Aber ich muss mich schonen. Keine Treppen, nicht kochen, nur liegen, liegen. Sie wollten mich dort behalten, aber ich wollte wegen meiner Tochter nach Hause, da die Stimmung eh nicht gut war.

Und ich befürchtete, wenn ich jetzt auch noch komplett wegbreche und mein Mann nicht zur Arbeit kann, würde uns das auf jeden Fall das Genick brechen. Die Familie half so gut es ging und es wurde bald besser. Ich fragte meinen Mann am Abend, ob er sich gewünscht hat, dass ich das Kind verliere. Er antwortet darauf: „Einerseits ja, aber irgendwie auch nicht.“

Ein Auf und Ab

Das lies mich ein wenig hoffen, dass doch noch alles gut werden würde. Unsere Partnerschaft war am schwierigsten Punkt, den wir bis dato hatten. Existenzängste, nicht genügend Platz. Mit Nani schon oft im Grenzbereich. Wir wollten doch gute Eltern sein! Ich bekam noch ein weiters Mal Blutungen, aber nicht mehr so stark.

Es war eine emotionale Achterbahn für mich und, dass nicht nur wegen der Hormone. Wir brauchten Zeit um uns an die neue Situation zu gewöhnen, versuchten einen Umgang miteinander zu finden. Ich funktionierte viel, weil wenn ich anfing zu denken, konnte ich nicht mehr aufhören zu weinen. Bei Nani wollten wir so unbedingt schwanger werden und mussten lange darauf warten, dass es endlich soweit war. Es fühlte sich so unglaublich unfair dem Ungeboren gegenüber an.

Vorbereitung im Geburtshaus

Dann verlief meine Schwangerschaft gut und ohne weitere Komplikationen. Ich meldete uns im Vorbereitungskurs im Geburtshaus an. Und buchte für mich einen Yoga-Kurs. Wollte dort auch die vorsorgende Hebamme haben, da mir das in der Praxis alles zu medizinisch und zu unpersönlich war. Ich wollte nur die aller nötigsten Untersuchungen, wollte einfach mein Baby und mich zur Ruhe kommen lassen. Keine weiteren Hiobs-Botschaften mehr, oder Ärzte, die mir permanent nur Risiken aufzählten, was bei einer natürlichen Geburt alles schief gehen kann.

“Angst ist nichts anderes als Erwartung von Schmerz. Freude ist die Erwartung von Liebe.”

Das Geschlecht haben wir uns wie bei Tochter Nani zuvor, auch nicht sagen lassen. Es ist soooo schön sich überraschen zu lassen. Echt aufregend und sehr zu empfehlen.

Das Kennenlernen

Mein erster Termin im Geburtshaus, war einfach nur erlösend, ich konnte mir so viel von der Seele reden. Ich wurde ernst genommen mit all meinen Sorgen, was meine Partnerschaft, die Schwangerschaft und auch die Geburt anging. Es hat sich vom ersten Moment richtig angefühlt, dort zu sein und nicht mehr in der Praxis meiner Frauenärztin.

Durch die Erfahrung des Kaiserschnittes bei meiner Tochter, war ich natürlich sehr verunsichert, was die Kompetenzen meines Körpers an ging, und ob ich Geburt überhaupt kann?!

In Kombination mit meiner ungeplanten Schwangerschaft und einem Mann der unter Schock steht und kaum eine Stütze sein konnte, kam mir das alles sehr fraglich vor. Es viel mir sehr schwer die Schwangerschaft anzunehmen, da ich wirklich Sorge hatte, dass gerade alles, was wir uns aufgebaut hatten den Bach runter geht.

Loslassen

Eigentlich hatte ich gar keinen Kopf mich um Geburt zu kümmern, aber ich musste, weil ich unbedingt eine spontane Geburt erleben wollte und dann auch noch eine gute. Und ich bin der Meinung, das wir es beeinflussen können.

Dazu musste ich mich erstmal frei machen. Ich bekam Raum und Zeit dazu. Ich durfte bei meinem ersten Termin den Schmerz der letzten Monate und auch dem des Kaiserschnittes erzählen. Es hat so gutgetan. Ich merkte direkt, meine Hebamme lebt ihre Berufung. Sie „arbeitet“ nicht. Das ist so ein Unterschied.

Wenn ich jetzt an meine erste Schwangerschaft denke, wünschte ich, ich wäre auch dort gelandet. Denn hier liegt der Fokus bei der Frau und der natürlichen Geburt, hier bekommt man jeglichen Zuspruch und Vertrauen geschenkt, den es braucht, für die Geburt.

Im Rückblick würde ich sagen, hier wurde bereits der erste Stein gelegt. Die Basis einer guten Geburt:

Vertrauen trotz Hindernissen

Bei mir gibt es auch eine physische Besonderheit, die nicht gerade förderlich ist für eine spontane Geburt. So sehen es zumindest die Ärzte, sie nennen es auch Fehlbildung: Ich habe eine Doppelanlagerung des Gebärmutterhalses und der Gebärmutter. Dadurch ist der Geburtskanal unter Umständen etwas verengt und die Scheide könnte reißen unter dem Druck der Geburt, wurde mir erzählt.

Im Geburtshaus ist meine Hebamme auch erstmal davon ausgegangen, dass es ein Ausschlusskriterium ist und ich mein Kind nicht dort zur Welt bringen kann. Was ich unter diesen Umständen natürlich verstand, aber nicht meiner Wunschvorstellung entsprach.

Was aber total schön war: sie war von Anfang an überzeugt, dass ich mein Kind auf natürlichen Weg zur Welt bringen kann. Sie sagte es so, dass selbst ich keine Zweifel mehr daran hatte und ich meine von außen auferlegten Glaubenssatz sofort ablegen konnte.

Der Vorbereitungskurs

Wir trafen uns 6 Wochen lang einmal in der Woche in einer kleinen gemütlichen Runde im Geburtshaus. Mal mit Männern, mal ohne, denn die hatten teilweise ihren eigenen Kurs mit einem Mann parallel laufen. Das hat meinem Mann sehr gefallen, denn Männer haben einfach andere Sorgen und Fragen in dieser Zeit.

Die Aufklärung über eine selbstbestimmte Geburt und wie negativ sich äußere Faktoren auf den Ablauf auswirken, wurde uns immer bewusster und der Wunsch, nicht ins Krankenhaus zu müssen, immer stärker.

Selbst mein Mann, der wirklich ein absoluter Kopf- und Sicherheitsmensch ist, meinte bei einer Sitzung der Körpertherapeutin im Geburtshaus, dass er überhaupt keine Lust mehr hat, ins Krankenhaus zu gehen.
Sie sagte dann auch: “Ja ihr gehört hier hin!”

Ein Traum wird wahr

Das war der Startschuss! Meine Hebamme prüfte die Ausschlusskriterien und meine Besonderheit stand nicht drin, Platz gab es für uns auch noch. Wir freuten uns sehr und waren voller Vorfreude auf die Geburt!

Kurz vor Weihnachten hatten wir den letzten Termin, da stand dann fest, dass wir im Geburtshaus unser Kind bekommen werden, wenn wir uns in der 5 Wochen Frist bewegen. Das heißt maximal 3 Wochen vor errechneten Termin und maximal 2 Wochen danach.

Ein Paket zur Vorbereitung

Ich muss auch noch kurz einwerfen, dass ich ja auch den Yoga-Kurs im Geburtshaus gemacht habe, der auch sehr gut geholfen hat, sich auf die Geburt vorzubereiten. Sie hatte so wertvolle Tipps und Denkanstöße, die ich während der Geburt als äußerst hilfreich empfunden habe. Das Schöne am Geburtshaus ist, dass alle am gleichen Strang ziehen. Jeder gibt den gleichen Inhalt wieder und was es für eine gute uns sanfte Geburt braucht.

Die tolle Atmosphäre, das kompetente Team, die außergewöhnliche Betreuung der Hebammen und die tolle Arbeit der Körpertherapeutin ließen keinen Zweifel: wir wollen diese rundum Betreuung weiterhin und vor allem für die Geburt. Ist es doch ein solch sensibles Wunder, was so schnell aus dem Gleichgewicht kommt. Ich habe zu genüge von den schlimmen Geburten gehört, wo sicherlich einige anders verlaufen hätten können.

Wie ihr merkt, es brauchte einiges an Vorbereitung für meine Traumgeburt. Ich telefonierte viel mit einer Freundin, die mir von ihrer tollen und selbstbestimmten Geburt berichtete. Meine Schwägerin hatte in der Zwischenzeit eine tolle Hausgeburt, von der sie mir berichtete und die liebe Anna schwärmte mir von ihrer Geburt vor, bei der sie nicht mal an Schmerzmittel gedacht hat.

Es tat so gut auf dieser positiven Welle zu reiten und ich wollte nichts mehr als eine Traumgeburt! Gestärkt und glücklich sein nach diesem Erlebnis und Wunder.

Die Geburt

Am 12.1 um 16:30 Uhr kam mein Mann von der Arbeit, es war ein Freitag, das Wochenende konnte losgehen und meine Wehen auch. Natürlich stellte ich mir die Frage, ist es DAS jetzt. Es fühlte sich so in die Richtung wie Perioden-Schmerz an, aber es lies immer wieder nach.

Meine Tochter wollte gern eine Runde Monopoly spielen, ich versuchte es, konnte aber nicht mehr sitzen, der Drang nach Bewegung war zu stark und das Gefühl in meinem Becken auch.

Ich rief um 17.30 Uhr meine Hebamme an. Sie frage mich erstmal wie es mir damit geht und brachte sehr viel Ruhe in die Situation. Irgendwann, überkam mich eine Welle und ich konnte nicht mehr sprechen. Ich ging noch duschen, weil eine Woche zuvor so die Wehen wieder weggegangen sind, nachdem ich duschen war. Diesmal war es nicht so, regelmäßig alle 3 Minuten überkam mich die Welle.

Auf ins Geburtshaus

Wir riefen meine Schwester an, die Nani abholte und telefonierten nochmals mit der Hebamme. Wir verabredeten uns um 18.45 Uhr im Geburtshaus. Die Autofahrt war ok, obwohl das Sitzen schon sehr ungemütlich war. Die Wellen kamen weiterhin regelmäßig, während der Fahrt, auf dem Parkplatz vor dem Geburtshaus und im Geburtshaus weiter. Es gab keine Unterbrechung.

Ich begrüßte meine Zweit-Hebamme auch mit einer ziemlich heftigen Wehe und sie stimmte direkt mit ein. Es tat gut, nicht allein mit dem vertonen des Gebärmuttergefühls zu sein. Ich stand eine ganze Weile am Tisch des Geburtshauses, während mein Mann unsere Sachen ins Geburtshaus brachte. So konnte ich wirklich gut dort ankommen. Ich fühlte mich wohl.

Ab in den Pool

Irgendwann fragte sie mich, ob ich ins Wasser möchte. Da ich mir Wasser sehr gut für mich vorstellen konnte, antwortete ich mit „Ja“.
Es dauerte ja einige Zeit, bis das Becken voll ist mit Wasser. Was ich ihr sehr positiv anrechne ist, dass sie nicht mal gefragt hat, ob sie den Muttermund gucken darf. Ich stieg um kurz vor 20 Uhr ins Wasser. Um 20 Uhr war Schichtwechsel und meine vertraute und vorsorgende Hebamme kam. Ich war überglücklich, jetzt wusste ich, es kann nichts mehr schief gehen.

Ich hatte weiterhin sehr regelmäßig und in immer kürzeren Abständen die Wellen der Gebärmutter gespürt. An Schmerzmittel musste ich nicht denken. Ich brauchte die Hände von meinem Mann, nicht zum Quetschen, nein, nur zum Halten.

Wechsel ins Geburtszimmer

Dann spürte ich, dass ich nochmal Pipi musste und stieg aus der Wanne. Danach gingen wir ins Geburtszimmer. Ich stand eine ganze Weile an der Wickelkommode, meine Hebamme schlug den Vierfüßler Stand vor dem Bett vor. Hier merkte ich erstmals meine Erschöpfung und äußerte den Wunsch, mich ins Bett zu legen und mir wurde auch etwas schlecht. Ich befürchtete, mich übergeben zu müssen. In der Wehenpause war es gut zu liegen, aber als die nächste Welle kam, sprang ich auf und sagte: „das ist alles doof.“

Also liegen und Wehen gingen für mich gar nicht. Ich bin wegen dem Vorschlag meiner Hebamme wieder ins Becken zurück. Übrigens immer noch keine Messung des Muttermundes oder CTG…. Nichts! Sie hat mich einfach in Ruhe gelassen.

Gute Unterstützung

Im Becken angekommen merkte ich, wie gut mir das warme Wasser um mich herum tat. Die Wellen wurden stärker, es kamen Gedanken an schlechte Geburten, es kamen gute Gedanken an gute Geburten, an diese hielt ich mich, versuchte eine für mich gute Vertonung des Gebärmuttergefühls zu bekommen. Es wurde ein „wawawaw“ usw.

Dabei achtete ich darauf, den Mund locker zu haben und dachte immer nur: Ich habe eine Gebärmutter! Ich habe eine Gebärmutter! Einatmen: „Ja zum Kind“, Ausatmen: „Danke“! Damit bin ich echt gut durchgekommen und die Hände von meinem Mann waren unglaublich wichtig für mich. Er hatte tolle Musik angemacht, mir den Nacken mit Arnika-Öl eingerieben, meine Hebamme warme Handtücher auf den Rücken gelegt.

Presswehen

Um 23.50Uhr veränderte sich auf einmal das Gefühl, es entstand ein unglaublich großer Druck, den ich mit einem sehr tiefen Ton vertonen musste und ich presste. Die erste Presswehe, wow dachte ich, wie animalisch 😊 Ich hatte eine kurze Pause, dann direkt die Nächste.

Meine Hebamme kam und hörte immer wieder die Herztöne. Dann sagte sie ganz ruhig: „in der nächsten Wehenpause atmest du ganz tief zum Kind, ja, denn die Herztöne gehen etwas runter.“ Das faszinierende war, in dem Moment, als ich zu meinem Kind atmete gingen sie wieder hoch.

Mir wurde noch mal mehr bewusst, wie verbunden man mit seinem Kind ist. Ich hatte nicht lange Pause, wusste aber, Wehe für mich, die Pause für mein Baby. Die nächste Wehe kam in einer Heftigkeit, hier wurde mir klar, dass kann ich nicht lange aushalten. Die Fruchtblase platze und der Druck wurde unaushaltbar im wahrsten Sinne des Wortes. Noch eine Welle und ordentlich pressen und mein Kind war geboren um 00.01 Uhr.

Ein Wunder ist geschehen

Dieser Moment, ich kann ihn nicht beschreiben! Mein Baby kam zu mir geschwommen und ich starrte ins Wasser und konnte es nicht fassen. Mit ganz sanfter Stimme sagte meine Hebamme: „wenn du willst, kannst du dein Baby jetzt zu dir nehmen.“

Ich nahm es hoch in mein Arme, mein Mann kam mit einem Handtuch und wickelte uns darin ein. Mit zittrigen Beinen stieg ich aus der Wanne und wir drei legten uns ins Bett. Wir konnten nicht ablassen das kleine Gesicht anzuschauen, die Hände, die Fingernägel. Unglaublich! Nach ungefähr 20 Minuten stellten wir fest, dass wir ja noch gar nicht wissen, ob es ein Mädchen oder Junge ist und ich fragte mein Mann ob wir nicht mal gucken wollen.

Ein Junge! Wir hatten zwei Namen zur Auswahl, ich lies meinen Mann entscheiden, es war irgendwie alles so egal um mich herum… Mädchen, Junge, Name…. Ich war einfach so überwältigt von dem was gerade passiert ist. Wir wurden komplett in Ruhe gelassen und konnten die erste Stunde für uns genießen. Ich legte ihn an meine Brust und er saugte schon ein bisschen.

Nachsorge

Irgendwann kam meine Hebamme und fragte, ob wir mal nach der Plazenta gucken wollen. Ich sagte ja und schlug vor, dass wir auch vorher abnabeln können. Das übernahm mein Mann, er nahm den kleinen Mili und er wurde gewogen, gemessen und angezogen. Ich versuchte währenddessen die Plazenta zu gebären. Aber irgendwie wollte sie noch nicht. Ich legte mich wieder hin und die andere Hebamme kam und mit ihrer Hilfe konnte ich ca. 2 Stunden nach der Geburt die Plazenta gebären.

Dann wollte meine Hebamme nach Geburtsverletzungen gucken, da ich aber keine Schmerzen hatte, ging ich davon aus, dass nichts gerissen ist. Sie sagte “Lass mich nur mal ein Blick drauf werfen, nicht dass du danach Ärger hast.” Ich hatte einen Mini-Riss in der Scheide, der mit ein paar Stichen genäht werden musste. Es war nicht gerade angenehm, aber durch die vertrauensvolle Grundstimmung, konnte ich es gut aushalten. Sie betäubte es und wartete bis die Betäubung wirkte.

Danach kam sie mit einer Schale Wasser und ich durfte aus zwei Düften auswählen, welchen ich lieber mochte und sie wusch mir die Beine, an denen etwas Blut war. Ich zog mir saubere Sachen an und ging noch zur Toilette.

Ankommen

Danach wollte ich auch einfach nur nach Hause, um auch meinen lieben Hebammen endlich Feierabend zu geben. Sie fragten, ob wir denn wirklich schon soweit sind. „Ja wir fahren jetzt…“ Packten alles zusammen und um 03.30 Uhr waren wir wieder zu Hause, kuschelten uns ins Bett und schliefen erstmal sehr, sehr lange.

Um 10:30 Uhr wurde unsere Tochter gebracht. Sie kuschelte sich zu uns und wir verbrachten eine Woche zu viert im Bett. Es war die schönste und intensivste Zeit überhaupt. Meine Hebamme kam jeden Tag und guckte nach uns.

Die Folgen

Ja was soll ich sagen, es war das heilsamste und schönste, was ich je in meinem Leben erlebt habe. Diese unglaubliche Kraft, auf die man zurückgreifen kann.

Geburt ist so etwas unglaublich Perfektes und Nachhaltiges. Ich bin jeden Tag dankbar, dass ich es erleben durfte und wünsche mir für jede Schwangere eine selbstbestimmte und sanfte Geburt. Die Kunst des Einlassens und Loslassens erleben zu dürfen und danach als gestärkte Frau mit einem neuen Selbstbewusstsein durchs Leben gehen zu dürfen.

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