Unser Familien-Goldschatz  – Erdkammersirup

wenn sich im Mai das frische Grün in seiner vollen Pracht zeigt, hat man normalerweise Besseres zu tun, als an die Erkältungszeit im Herbst und Winter zu denken. Trotzdem kann dieser Gedanke sinnvoll sein. Denn der Mai ist der perfekte Monat um einen fast schon magischen Sirup anzusetzen, den Erdkammersirup. Ein Rezept dazu findest du im folgenden Artikel.

 

 

Die Methode der Sirupherstellung mit Hilfe einer Erdkammer hilft uns die Inhaltstsoffe des Spitzwegerichs haltbar und damit länger nutzbar zu machen. Und diese Inhaltstoffe sind es wirklich wert, dass wir sie haltbar machen. Denn der Spitzwegerich liefert alles, was wir besonders bei Husten gut gebrauchen können, Schleimstoffe bilden eine schützende Schicht auf Bronchien und Lunge, Saponine unterstützen das Abhusten, Gerbstoffe wirken entzündungshemmend, Kieselsäure hilft bei Erneuerung und Wiederaufbau und antibiotische Stoffe töten fiese Bakterien. Da diese Inhaltsstoffe durch Hitze zerstört werden können, ist eine möglicht schonende Haltbarmachung sinnvoll. Beim Erdkammersirp wird das Glas mit dem Sirup mindestens 50cm tief in der Erde vergraben. Dort herrscht eine gleichbleibende Temperatur; schonender geht es nicht. Aber dazu gleich mehr, hier erstmal das Rezept:

Du brauchst:

ein Schraubglas

500g Honig

circa zwei Hände voll Spitzwegerich (am Besten ihr sammelt ihn an einem sonnigen Tag, kurz abspülen, trocken tupfen und in kleine Stücke reißen)

Achte bitte darauf, dass du möglichst sauber arbeitest!

 

 

Die Herstellung ist echt simple, du schichtest einfach abwechselnd Honig und Spitzwegrich, wobei du mit Honig als erste Schicht anfängst und auch als letzte Schicht Honig nimmst, so dass kein Spitzwegerich mehr unbedeckt ist. Wer keinen Honig mag, kann auch braunen Zucker nehmen, auch mit Xylit sollte es gehen, das habe ich allerdings noch nicht selber getestet.

Wenn die Schichten in deinem Glas fertig sind, braucht der Sirup mindestens drei Monate Zeit. In dieser Zeit wandern die Inhaltsstoffe vom Spitzwegerich in den Honig. Natürlich könntest du ihn auch einfach in euren Keller stellen. Aber ein Erdloch zu graben ist natürlich viel spektakulärer und ich glaube, dass in der Erde noch ganz andere Kräfte auf den Sirup einwirken und ihn so noch wirkungsvoller machen.

Markiert euch die Stelle, wo ihr ihn vergraben habt genau, oder noch besser, vielleicht habt ihr ja Lust, eine coole Schatzkarte zu malen. Und vielleicht fällt euch ja auch ein spannender Name für den Sirup ein? Oder ihr gebt den Sirup nicht in eine “Erdkammer”, sondern zu den Wichteln? Erzählt doch mal, ihr habt bestimmt noch mehr Ideen.

 

Sind die drei Monate (oder länger) dann rum, buddelt ihr ihn einfach wieder aus. Siebt das ganze einmal durch und füllt ihn in ein sauberes dunkles Glas, welches ihr im Kühlschrank aufbewahrt. Bei Bedarf (Erkältung, grippaler INfekt, Schmerzen, Unwohlsein…)kann der Sirup dann teelöffelweise eingenommen werden. Gerne auch im Tee, da aber bitte darauf achten, dass die Temperatur nicht zu hoch ist. Auch hier gilt wieder; möglichst sauber arbeiten und immer nur mit einem sauberen Löffel etwas entnehmen. Dann ist der Sirup circa ein Jahr haltbar.

Und wenn das nächste Frühjahr kommt, und ihr habt den Sirup nicht aufgebraucht, dürft ihr das feiern. Viellicht eine Erkältungs-Verabschiedungsfeier? Oder fällt euch vielleicht noch ein besserer Name ein?Der Sirup schmeckt nämlich auch super lecker im Sekt oder in Sprudelwasser.

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