Wie man Zeit für die Liebe finden kann

Denn ist es nicht gerade die Liebe, die irgendwie oft zu kurz kommt? Häufig dreht sich im Alltag alles um die Kinder, deren Bedürfnisse so präsent sind. Aber wie sieht es mit Selbstliebe und der Liebe zum Partner aus, wenn zwischen Stillen und Windeln wechseln, Job, Haushalt und Einschlafbegleitung, unendlicher Müdigkeit und niemals endendem Chaos eigentlich keine Zeit mehr bleibt?

Wir haben für euch ein paar Tipps gesammelt, damit ihr vielleicht gerade in diesen schwierigen Zeiten ein paar Auszeiten im Alltag findet und das Gefühl der Liebe nicht nur ein Andenken aus alten Zeiten ist.

Kleine Momente nutzen

Häufig warten wir darauf, dass alles irgendwie perfekt ist und denken, ein guter Moment ist nur einer, den man voll auskosten kann.

Ein Wochenende ohne die Kinder, wenigstens ein halber Tag oder am Abend mindestens 3 Stunden. Diese „perfekten“ Momente ergeben sich aber sehr häufig nicht oder es kommt doch noch etwas dazwischen.

Deshalb sollten wir den Fokus viel öfter auf die kleinen Momente im Alltag legen. Denn manchmal sind es genau diese Momente, die helfen, den eigenen Akku oder den Beziehungstank wieder aufzuladen. Schaut doch einmal, wo ihr im Alltag vielleicht kurze Momente nutzen könnt, die euch gut tun. Vielleicht eine viertel Stunde lesen, bevor die Kinder aufstehen? Der erste Kaffee gemeinsam mit dem Partner? Ein Kaffee am Nachmittag, der nur durch Homeoffice überhaupt möglich ist? Zumindest ein Kuss und eine feste Umarmung am Morgen und am Abend? Vielleicht 20 Minuten heiß Baden oder ein gemeinsamer Tee nach der Einschlafbegleitung?

Zeit für die Liebe

Gewohnheit spart Zeit für die Liebe

Versuche diese kleinen oder auch größere Rituale zur Gewohnheit zu machen. Das dauert meist ein Bisschen (man sagt ca. 30 Tage), aber es lohnt sich.

Denn Dinge, die Gewohnheit sind, muss man nicht mehr extra einplanen. Man selbst, der Partner und die Kinder haben sich dann an einen gewissen Ablauf gewöhnt, der nicht jedes mal neu vereinbart, verhandelt oder diskutiert werden muss. Das spart Zeit und Kraft, macht das Zusammenleben für alle einfacher.

Steht z. B. fest, dass man jeden Mittwochabend eine Stunde Zeit für sich hat, muss man nicht immer wieder als Bittsteller ankommen und die notwendige Zeit einfordern. Häufig passt es dann nicht so gut und man fragt erst gar nicht, oder es kommt etwas dazwischen und man übernimmt die Kinder doch, obwohl es nicht unbedingt sein müsste.

Auch die Kinder gewöhnen sich meist schnell an neue Rituale und malen z. B. am Morgen, während Mama Zeit hat, ein paar Gedanken ins Tagebuch zu schreiben.

Feste Termine vereinbaren

Überlasst die gemeinsame Zeit oder die Zeit für euch und eure Liebe nicht dem Zufall. Wenn ihr darauf wartet, dass sich gemeinsame Zeit einfach so ergibt, werdet ihr vermutlich sehr lange warten. Und sollte sie sich dann spontan ergeben, dann wird sie meistens nicht „richtig“ genutzt.

Deshalb plant feste Date-Tage, Tage an denen ihr euch abends auf jeden Fall noch mal nach der Einschlafbegleitung seht z. B. und wenn es nur kurz ist. Ermöglicht euch gegenseitig feste Freiräume, 2 Stunden am Montag für Mama, 2 am Donnerstag für Papa. Wenn ihr die Möglichkeit habt, plant feste kinderfreie Zeiten ein.

Und wenn diese Zeitslots dann da sind, nutzt sie so, wie sie gedacht waren: Als Paarzeit, als Me-Time, als Auszeit. Erledigt dann nicht gerade noch schnell die Wäsche, die liegen geblieben ist, den Einkauf, der noch gemacht werden müsste. Das sind keine Pausen!

Überlegt euch vorher, was ihr gerne machen würdet, damit nicht dafür auch noch Zeit von der Auszeit abgeht und nutzt die Zeit dann wirklich so gut es geht.

Neues Erleben

Besondere Ereignisse bleiben viel länger in Erinnerung und geben uns auch viel eher das Gefühl, etwas Schönes erlebt zu haben. Deshalb ist es gut, immer mal etwas Neues  auszuprobieren, wenn man sich Zeit für die Liebe nimmt.

Geht an einem neuen Ort spazieren, besucht ein neues Restaurant, macht ein Picknick im Garten, statt einem normalen Frühstück im Haus, trinkt ein Feierabendbier im Bett, nachdem die Kinder eingeschlafen sind oder macht am Wochenende ein Kinofrühstück, bei dem die Kinder beschäftigt sind. Übernachtet im Sommer im Zelt, kocht gemeinsam ein neues Gericht, verbring deine Me-Time mit einer Tasse Kaffee in einem kleinen Café oder setz dich mit einem Buch in den nächstgelegenen Park. Lest euch abwechselnd ein Buch vor, macht eine Massage oder kauft euch ein neues Brettspiel.

Die Möglichkeiten sind unendlich, schaut, was euch Freude machen würde und probiert es einfach aus.

Auszeit mit Kindern

Oft hat man das Gefühl, eine richtige Auszeit ist nur eine ohne Kinder. Aber das muss nicht so sein. Ihr könnt einmal schauen, was vielleicht auch mit den Kindern möglich ist, welche Optionen sich ergeben, in denen die Kinder zwar dabei sind, sie aber nicht im Vordergrund stehen.

Wenn die Kinder im Fahrradanhänger, dem Kinderwagen oder der Tragehilfe gut schlafen, nutzt den Mittagsschlaf, um raus zu gehen und den Kopf frei zu bekommen oder sich mal wieder ausgiebig zu unterhalten. Nutz die Einschlafbegleitung für dich, statt nur darauf zu warten, dass das Kind endlich schläft. Mach dir ein Hörbuch an, einen Podcast oder eine geführte Meditation. Lies ein Buch/eBook (meiner Meinung nach ist ein eBook-Reader besser geeignet, weil keine Seiten umschlagen, er gut mit einer Hand zu halten ist und man die Beleuchtung sehr stark reduzieren kann) oder sieh dir eine Folge deiner Lieblingsserie auf dem Tablet an.

Ähnliches gilt für lange Stillzeiten. Wenn du die Möglichkeit hast, setz dich mit deinem Baby auf die Couch und mach etwas für dich, während es mal wieder stillt.

Und auch eine Auszeit für die Kinder vor dem Fernseher ist völlig legitim. Lass die Kinder ihre Lieblingsserie schauen und genieße in der Zeit einen heißen Kaffee, bevor euch der Alltag wieder einholt.

Glaubenssätze überprüfen

Ein Punkt, der vielen Eltern das Leben schwer macht, sind vorhandene Glaubenssätze oder Kommentare aus dem Umfeld, die verunsichern. So viele erwarten, dass mit ausreichend Disziplin und Mühe auch mit Kindern eine Paarbeziehung möglich ist die der aus kinderlosen Tagen annähernd gleich ist. Das ist schlicht und ergreifend ein Irrtum.

Das Leben mit Kindern fordert neue Lösungen und die sind eben so unterschiedlich wie die Familien unterschiedlich sind. Deshalb sind fest verankerte Verallgemeinerungen äußerst hinderlich. Ein „man muss die Abendstunden gemeinsam nutzen“ bringt außer Frust rein gar nichts, wenn man ein Kind hat, das bis spät am Abend wach ist. Ein „mindesteins 1x pro Woche sollte das Kind zur Oma, damit du Zeit für dich hast“, bringt nichts, wenn keine Oma in der Nähe ist, sie vielleicht noch voll berufstätig ist oder dein Kind nicht den ganzen Tag dort bleiben möchte. Ein „Schlaf mittags mit dem Kind“ hilft dir nicht, wenn dein Kind über Tag nur in der Trage zur Ruhe kommt.

Neben solchen Aussagen quälen wir uns selbst viel zu häufig mit dem Gefühl, nicht genug geleistet zu haben. Dann ist ein ganzer Tag vorbei und wir haben das Gefühl, „nichts“ geschafft zu haben. Schau genau an solchen Tagen einmal, was du alles geleistet hast und prüfe, was wirklich gemacht werden muss. Möchtest du saubere Fenster haben? Oder ist es die Schwiegermutter oder gar nur eine Stimme in deinem Kopf? Wenn du ein paar Dinge findest, die vielleicht doch nicht so dringend gemacht werden müssen, tausche sie gegen freie Zeit ein, wenn möglich.

Also schaut auf euch, auf eure Familie und eure Bedürfnisse und findet passende Möglichkeiten, die euch guttun. Lasst dabei alte Glaubenssätze hinter euch und versucht all die guten Ratschläge außer Acht zu lassen, die einfach nicht zu euch passen.

Fazit

Auszeiten im Familienleben zu finden ist wohl eine der größten Herausforderungen, die man im Alltag zu bewältigen hat. Aber es lohnt sich und es ist so unglaublich wichtig. Denn völlig ausgebrannt kann man nicht für seine Kinder da sein und Eltern, die keinerlei Bindung mehr zueinander haben, sind ein schlechtes Fundament für eure Familie.

Also achtet so gut wie möglich auf euch, seid kreativ und gönnt euch Pausen ohne ein schlechtes Gewissen zu haben. Nehmt euch Zeit für die Liebe!

Schreibt doch in die Kommentare, welche Auszeiten ihr euch gönnt, wo ihr kreative Lösungen für eure Familien gefunden habt und inspiriert so andere, die noch nach den passenden Möglichkeiten suchen.

Und wenn ihr wissen wollt, wie mein eine Routine finden kann, die entspannt und nicht noch den Alltagsstress erhöht, dann lest doch Annikas passenden Artikel dazu.

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